(Foto: eigenes Archiv)

Wechseljahre und Kräuter

"Das Kraut kenn' ich", sagte der Teufel, und setzte sich in die Brennnesseln.



Es gibt natürlich noch eine Menge mehr Pflanzen, aber mit diesen Genannten dürften die heißen und die kalten, die schwitzenden und die traurigen Frauen ganz gut ihre körperlichen, (vielleicht auch ihren seelischen?) Probleme, lösen. Die nachfolgenden Mischungen sind aufeinander abgestimmt. Trotzdem kann man die eine oder andere Pflanze austauschen, sie muss nur mit den Anderen zusammen passen. Es könnten auch komplett neue Mischungen zu den jeweiligen Problemen erstellt werden.

Bei allen Mischungen lehne ich mich in dem Aufbau der Rezeptur an die Traditionelle Chinesische Medizin an. Die besagt, dass eine Kräuterrezeptur aus einem Kaiserinnenkraut (Hauptkraut), ein bis zwei Ministerinnenpflanzen zur Unterstützung des Kaiserin (wie im wirklichen Leben), ein bis zwei Assistentinnen für notwendige Extras und last but not least, dem Botinnenkraut, um eine Pflanzenwirkung an einen bestimmten Ort zu bringen, besteht.

 

Endometriosemischung

30g Löwenzahnwurzel

20g Frauenmantel

10g Ackerschachtelhalm

10g Himbeerblätter

10g Zimt

15g Fenchel

10g Süßholz

Dreimal täglich zwei gehäuften Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen, abgedeckt 10 Minuten stehen lassen und etwa 1-2 Stunden vor einer Mahlzeit trinken.

Zusätzlich:

Gänsefingerkraut als Tinktur bei Schmerzen

 

Osteoporosetee

30g Ackerschachtelhalm

20g Brennnessel

10g Johanniskraut

10g Beinwell

10g Süßholz

 

’The sexiest tea alive’- Sextee

30g Damiana

20g Basilikum

10g Himbeerblätter

20g Frauenmantel

10g Süßholz

 

Für strahlende Frauen ab 45

30g Löwenzahnwurzel

20g Eisenkraut

15g Rotklee

10g Salbei

10g Holunderblüten

5g Süßholz

 

Zu starke Mens (Hypermenorrhoe)

Hier sollte jede Frau ausprobieren, wie sie den Tee trinkt, also ob sie schon etwas 3-5 Tage vorher damit anfängt oder ab dem ersten Tag ihrer Blutung. Das hängt davon ab, wie stark die Blutung ist. Oft sind verstärkte Blutungen einen Zeichen dafür, dass frau sich in der Vorphase (Prämenopause) der Wechseljahre befindet.

30g Schafgarbe

20g Hirtentäschel

10g Himbeerblätter

15g Frauenmantel

10g Brennnessel

10g Süßholz

Sollte die Blutung trotzdem keine bemerkenswerte Besserung bringen, dann sollte die Schafgarbe durch Herzgespann ausgetauscht werden.

30g Herzgespann

20g Petersilienwurzel

10g Himbeerblätter

15g Frauenmantel

10g Süßholz

 

Herztee (bei häufigen Herzklopfen- Palpitationen) für die Wechselzeit

30g Herzgespann

25g Weissdorn

15g Baldrian

20g Melisse

10g Süßholz

 

Myome mit hoher Blutungsneigung

40g Mönchspfeffer

30g Hirtentäschel

20g Schafgarbe

20g Frauenmantel

10g Himbeerblätter

10g Süßholz

 

Nachdem die Blutung aufgehört hat::

30g Engelwurz

20g Liebstöckel

20g Petersilie

20g Eisenkraut

10g Süßholz

 

Schlaftee für die Wechseljahre

35g Löwenzahnwurzel

20g Melisse

15g Baldrian

15g Hopfen

15g Lavendel

10g Süßholz

 

Übrigens, nach meinen Erfahrungen mit Schlafstörungen (Aufwachen gegen 2 Uhr nachts ohne weiter schlafen zu können), habe ich heraus gefunden, dass man auf Alkohol verzichten sollte. Zumindest sollte das letzte Glas Wein oder Bier weit vor 19 Uhr getrunken werden, egal, wann man schlafen geht. Es bewirkt Wunder und hat meiner Meinung nach etwas mit der verlangsamten Entgiftungsfunktion der Leber zu tun.

 

Migräneprophelaxe

Mutterkraut steht in Verdacht, Migräneanfälle zu vermindern, sie sogar ganz zu verhindern. Der Hauptinhaltsstoff ist Parthenolid und der ist es auch, der die Ausschüttung von Serotonin hemmt. Serotonin ist ein Hormon, der im zentralen Nervensystem, im Verdauungstrakt und in der Lunge gebildet wird. Es überwindet im ZNS die Bluthirnschranke und wirkt dann direkt auf unsere Nerven. Wird es nicht gebildet, dann werden wir müde, depressiv, antriebslos und haben Hunger. Es wirkt auf die Durchblutung der Gefäße, indem es die Gefäße der Nieren und Lunge verengt, die aber die Gefäße der Skelettmuskelatur erweitert, indem es an den verschiedenen Rezeptoren im Körper andockt. Eben diese Rezeptoren können sowohl Glücksgefühle auslösen, lassen aber auch den Schmerz entstehen. Im gesunden Körper besteht ein Gleichgewicht zwischen den Rezeptoren und dem gebildeten Serotonin. Bei der Migräne ist es gestört: es kommt zu einer Erweiterung und Entzündung der Blutgefässe im ZNS. Dadurch werden die Nerven gereizt, Neurotransmitter auszuschütten, die als Folge einen Schmerzreiz auslösen. In Deutschland sind mittlerweile Kapseln und Tabletten auf den Markt erhältlich, aber auch Tropfen und Tabletten in homöopathische Aufbereitung. Leider muss frau bei der Einnahmemenge ein wenig experimentieren, da es hier keine Empfehlung gibt, denn bei jeder Frau ist die Migräne unterschiedlich stark. Fakt bleibt, dass das Mutterkraut vorbeugend genommen werden soll.

Natürlich kann Mutterkraut auch als Tee eingenommen werden. Entweder baut man die Pflanze, die Tanacetum parthenium (aufpassen, es gibt mehrere Sorten!) selber an oder man lässt sich das getrocknete Kraut zuschicken. Mutterkraut ist eine gewöhnliche mehrjährige Gartenpflanze mit hellgrünen, zarten Blätter und gelben Blüten mit weißen Blütenblättern, die manchen eine oder andere an das Gänseblümchen erinnern. Es riecht angenehm würzig, doch die Blätter sind bitter. Es kostet dann schon Überwindung, den Tee zu trinken, der aber mit ein wenig Honig gesüßt werden kann.

Auch in Salate oder das frische Blatt (2-3) aufs Butterbrot sind Möglichkeiten, wie das Mutterkraut verabreicht werden kann. Dann aber wird es wieder bitter und entsprechend gewöhnungsbedürftig!

Mutterkraut sollte als Vorbeugung 3 Monate eingenommen werden, damit sich ein Wirkstoffspiegel im Blut aufbauen kann.

Anders sieht es aus, sollte es sich bei den Anfällen um hormonell bedingte Migräne handeln, dann sollte Mutterkraut wie folgt eingenommen werden:

1 Teelöffel frisches oder getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen

3 Tassen täglich über mehrer Wochen zur Vorbeugung, im Akutfall bei den ersten Anzeichen oder bevor gewöhnlich ein Anfall folgt (Wetterwechsel)

Außerdem habe ich folgendes Rezept gefunden: 3 mittelgroße Birnen, 5 Eßl. flüssiger Honig, 5 Teel. Bärwurzgewürz (nur das Originalgewürz nach Hildegard von Bingen 100 g kosten ca. 21.-Euro). Birnen kochen und das Wasser weg gießen, anschl. pürieren. Mit dem Honig und dem Pulver vermischen. In ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Das Rezept reicht für 8 Tage. Morgens 1 Teel. - mittags 2 Teel. - abends 3 Teel. vor dem Schlafen gehen. Falls die Migräne nochmals auftreten sollte, kannst das Rezept nochmals wiederholt werden. Bei Dysmenorrhoe gilt dasselbe wie bei Migräne, frau sollte ein paar Tage vor den Tagen mit der Einnahme von Mutterkraut (oder dem Rezept von Hildegard von Bingen) anfangen.

 

Vorsicht in der Schwangerschaft, da Mutterkraut wehentreibend wirken kann!

 

Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation)

30g Weidenrinde

20g Schafgarbe

20g Beifuss

20g Frauenmantel

10g Himbeerblätter

Mit Honig gesüßt trinken, da er durch die Weidenrinde durchaus bitter schmecken kann!

 

Antidepressionstee (für leichte Depressionen)

10g Rosmarin

20g Engelwurz

20g Melisse

30g Löwenzahnwurzel

10g Süßholz

 

Johanniskraut von Ceres als Tropfen (5-10 Tropfen) zusätzlich in den Tee geben.

Bei schweren Depressionen sollte zunächst abgeklärt werden, ob diese genetisch bedingt sind. Nimmt man schon Antidepressionsmittel, dann kann es sein, dass der Körper schon zu viele Andockstationen (Rezeptoren) gebildet hat und der Körper nicht mehr in der Lage sein wird, diese mit körpereigenen Seratonin zu besetzen. Leider beißt sich in diesem Fall die Katze in den Schwanz, denn je mehr Medikamente, desto mehr Rezeptoren und die Seratoninbildung hängt immer hinterher. Dann bleibt nur noch der Kaltentzug in einer Klinik mit alternativen Therapien.

 

Erschöpfung und niedriger Blutdruck

20g Rosmarin

10g Arnikablüten

30g Weißdorn

20g Mistel

10g Süßholz

 

Wechseljahrstee (bei beginndem nachweislichem Östrogenverlust)

10g Rotkleeblüten

10g Hopfen

20g Salbei

30g Eisenkraut

20g Mönchspfeffer

10g Süßholz

 

Mönchspfeffer kann von Fall zu Fall nicht vertragen werden (Hautjucken, Hautausschlag). Dann bitte weglassen und den Anteil Rotklee und Hopfen erhöhen.

Außerdem sind PhytoÖstrogene in Linsen, Erbsen, Bohnen und Leinsamen reichlich vorhanden und in Salbeibutter geschwenkte Pasta ist einfach und köstlich.

 

Wiederkehrende Vaginalinfektion

20g Taubnessel

20g Brennnessel

30g Löwenzahn

10g Berberitzenrinde

20g Schafgarbe

 

als Sitzbad: Mischung aus gleichen Teilen Ringelblume, Labkraut und Taubnessel

Außerdem: Joghurt Tampons oder Vorlagen und früh kalt die Scheide abduschen, Bakterien mögen das überhaupt nicht!

 

Dysplasie: Veränderungen am Gebärmutterhals

1. Maßnahme: Entfernung der Spirale

Die Spirale ist zwar nicht alleine für einen schlechten Befund verantwortlich, aber die Reizung des Fadens kann das Risiko stark erhöhen.

 

2. Maßnahme: Ernährungsumstellung

Tierische Eiweiße wirken sich negativ auf die Zellveränderung aus, also Fleisch, Eier und Milchprodukte reduzieren, dafür mehr Hülsenfrüchte. Auf industriell hergestellte Nahrungmittel sollte frau ganz verzichten.

 

3. Maßnahme: Teekur

3x täglich eine Tasse Dysplasie-Tee, 5min ziehen lassen. Der Tee hat eine blutstillende Wirkung, so dass er 2 Tage vor der Menstruation abgesetzt werden sollte und erst danach wieder begonnen werden sollte.

Rezept:

10g Taubnessel

30g Ackerschachtelhalm

25g Frauenmantel

20g Schafgarbe

15g Himbeerblätter

 

4. Maßnahme: Scheidenspülung

Die Spülung zubereiten (2-3x pro Woche, 20min ziehen lassen) und es sich dann im Zimmer bequem machen. Am besten geht es, wenn frau einen Stuhl vors Bett stellt, sich selbst aufs Bett und die Unterschenkel auf den Stuhl legt. Die Spülung auf Körpertemperatur abkühlen lassen und mit einer Spritze in kleinen Portionen einführen, 15min einwirken lassen, dann schnell auf die Toilette rennen oder ein Becken bereithalten. Man kann die Spülung auch als Badezusatz (vorher einen starken Tee kochen und dem Badewasser zufügen) nutzen, was höchstwahrscheinlich am Bequemsten ist.

Rezept:

15g Ringelblumenblüten

20g Taubnessel

25g Echtes Labkraut

 

5. Maßnahme: Reibesitzbad

Frau setzt sich auf den Rand der Badewanne und duscht sich die Oberschenkel und die Scheide kalt ab. Die kalte Dusche fördert die Durchblutung und macht das Klima für Bakterien und Viren unattraktiv.

 

6. Maßnahme: Vaginalzäpfchen

Während drei Monaten zunächst an den ersten 10 Tagen des Monats Vaginalzäpfchen auf natürlicher Basis benutzen. Zuerst alle Thymian-, dann die Quercusche (Deutsche Eiche)- und zuletzt die Melaleuca (Teebaumoel)-Zäpfchen. Die Zäpfchen bekommt frau mit und ohne Rezept in der Apotheke.

Meiner Meinung nach würde auch eine Misteltherapie anschlagen, die subkutan in bestimmte Akupunkturpunkte im unteren Bauchbereich zum Beispiel, gespritzt wird. Dazu sollte frau sich eine Therapeutin suchen, die das Mittel spritzt und sich mit Akupunktur auskennt. Oder alternativ kann sich frau auch in eine homöopathische Behandlung begeben. Bitte beachtet, dass viel nicht viel hilft und frau sich zwischen Homöopathie und Misteltherapie entscheiden sollte.

 

 

Bei Schlafstörungen durch Hitzewallungen

Zum einem, wie schon erwähnt, kein Alkohol, zum anderen folgendes Rezept:

3 Esslöffel Weizen im Mörser kurz bearbeiten (anstoßen) und dann in 300 ml Wasser 20 Minuten lang köcheln. Etwa 2 Stunden vor dem Zubettgehen so heiß wie möglich trinken mindestens eine Woche lang.